Inhaltsangabe zum Buch

DIE „LIEBE“ MEINER VÄTER

von Micha Herzog

ISBN 978-3-944442-16-7

Marta Press-Verlag Jana Reich

Anna kommt sechs Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als Tochter einer knapp Siebzehnjährigen und eines Neunzehnjährigen zur Welt. Der junge Vater wird kurz danach zur Front eingezogen. Zwei Wochen später ist Annas Mutter spurlos verschwunden und taucht erst nach Kriegsende wieder auf.

Nach dem Krieg wohnt Anna kurze Zeit mit ihren Eltern zusammen, bis diese sich, als Anna fünf Jahre alt ist, scheiden lassen. Anna lebt wieder bei ihren Großeltern.

Trotz der Kriegswirren und einiger frühkindlicher negativer Erlebnisse wächst Anna zu einem lernfreudigen Schulkind heran. Sie ist jedoch sehr ängstlich und angepasst.

Beide Elternteile finden neue Partner und heiraten wieder. Die Ehe von Annas Mutter bleibt kinderlos. Die Ehefrau des Vaters bekommt, als Anna 14 Jahre alt ist, einen Sohn und ein Jahr später Zwillingsmädchen. Anna liebt ihre Halbgeschwister sehr. Die Kinder, besonders die beiden Mädchen, sind auch Anna sehr zugetan und stolz auf ihre große Schwester.

Als der Großvater aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr arbeiten kann, reicht das Geld bei den Großeltern nicht mehr aus. Ihr Vater zahlt keinen Unterhalt. Anna zieht schweren Herzens zu ihrem Vater und dessen Frau. Die neue Ehefrau des Vaters lehnt Anna sehr ab und damit beginnt für das Mädchen dort die Hölle.

Die Sache gelangt bis vor das Jugendgericht. Anna kommt in ein Mädchen-Internat, welches von Ordensschwestern geführt wird. Der Vater, der selbständig ist und in guten Vermögensverhältnissen lebt, muss dieses Internat bezahlen, was zu großen Reibereien zwischen ihm und seiner Frau führt.

Anna macht nach ihrer Abschlussprüfung noch auf dem zweiten Bildungsweg ihr Fachabitur und eine Ausbildung als diplomierte Krankenschwester. In ihrem Beruf ist Anna gern tätig und nimmt jede sich ihr bietende Gelegenheit wahr, sich auf dem Gebiet der Krankenpflege weiter fortzubilden und ist lange als Pflegedienst- und Seminarleiterin tätig.

Mit 66 Jahren verstirbt Annas Vater. Knapp zwei Jahre lang hält Anna den Kontakt zu dessen Ehefrau und ihren Halbgeschwistern noch aufrecht, hauptsächlich der beiden Schwestern wegen. Eines Tages kommt es zwischen ihr und der Stiefmutter zum endgültigen Bruch und Anna wendet sich von der Familie ab, um sich weiteren Verletzungen zu entziehen.

Anna, die sich Kinder wünscht, geht zweimal eine Beziehung mit einem Mann ein. Diese Versuche scheitern und Anna erkennt klar, dass sie Frauen liebt. Sie lebt fortan mit Frauen. Besonders prägnant in Annas Beziehungen sind zwei ihrer Partnerinnen. Julia, mit der Anna achtzehn Jahre zusammen lebt und sich liebevoll mit um deren Sohn Marc kümmert. Später Alina, die in Frankreich lebt und mit der Anna eine vierjährige Fernbeziehung unterhält.

Erzählt wird Annas Geschichte im Verlauf einer analytisch orientierten Psychotherapie, der sie sich unterzieht, um mit ihren Ängsten überleben zu können. Sie hat das Glück, auf eine Therapeutin zu treffen, die für sie und ihre Probleme genau die richtige ist.

Frühe Begebenheiten werden zum Teil in Form von Dialogen zwischen Anna und ihrer Therapeutin, den Aufzeichnungen von Annas Träumen und Tagebucheintragungen sowie Rückblenden aus Annas Erinnerungen reflektiert.

Der Leser nimmt gleichzeitig an Annas Alltag in der Gegenwart teil, der oft nicht frei von Komik ist, denn es geht um Menschen, die Anna betreut und pflegt und die auch Anna viel Wertvolles zurückgeben.

Der Leser begleitet Anna fast durch ihr ganzes Leben und es wird niemals langweilig für ihn werden. Trotz aller Tragik werden ihm manche launige Begebenheiten beschert. Die Lektüre ist spannend bis zur letzten Seite.