Aufruhr am Fluss

Drohend und grollend schiebt sich
eine dunkle Wolkenwand heran
durchzuckt von gelben Blitzen
ein Donnerschlag
erschüttert die Landschaft
der Sturm peitscht den Fluss
der längst sein Bett
verlassen hat
und sich immer mehr
über die Ufer ausbreitet

Das Wasser steigt unmerklich
aber stetig an
wie eine finstere Macht
ihrer Beute sicher
Die Strömung ist stark
fordernd
greift nach allem
reißt es mit sich weg

Im Hintergrund wildes Gestrüpp
im Ansturm der Wellen
sich beugend
Vögel, die auffliegen
von den Baumwipfeln
sich zerstreut, verwirrt
wieder niederlassen

Die Nacht bricht ein
schwarz, undurchdringlich
begleitet von Wetterleuchten
Knarrende Äste
versuchen dem Sturm
Widerstand zu leisten
Der Fluss bäumt sich auf
gegen die Kraft des Windes

Der Morgen naht
Allmählich lassen die Schreie
und das Toben der Elemente nach
verstummen so
als hätten sie resigniert

Die im Osten aufsteigende Sonne
verleiht dem Strom
eine gelbliche Färbung
Das Wasser umspült die Verwüstung
rings um sich her

Gleichgültig lächelt die Natur

 

Dieses Gedicht und viele andere werden demnächst in einem Lyrikband erscheinen mit Illustrationen von mir.